Mittwoch, 26. Oktober 2011

Fahrtenlust lockt überall

Den folgenden Artikel habe ich im Frühling dieses Jahres verfasst und wurde in der Jubiläumsausgabe der kleinen Zeitschrift "Kohtensender" des Pfadfinderstammes Landesritter (www.landesritter.de), bei dem ich mich schon seit Jahren engagiere, veröffentlicht:



Erftstadt – Ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen steht am Ende eines erfolgreichen Heimabends im Kreis und singt mehr schlecht als recht, jedoch quietschvergnügt, das Abschiedslied. Nach dem „Pfadfinder, Allzeit Bereit!“ sprinten die ersten Jungpfadfinder zu ihren Taschen und wären fast schon zur Tür hinaus gewesen, bevor die Zurechtweisung eines Gruppenführers auch nur ansatzweise über die Lippen gekommen wär. Doch gerade noch rechtzeitig hören sie den Ausruf: „Halt, es gibt noch Anmeldungen!“ und begeben sich zurück in den Kreis. Unruhig wird nun auf den Zettel gewartet, damit man auch weiß, um welche Aktion es sich dieses Mal handelt. Ist die Anmeldung in der Hand, wird sie hastig überflogen und eine riesige Diskussion bricht los, bei der alle durcheinander reden. Es geht um das verlängerte Pfingstwochenende, an dem es sich endlich nochmal lohnt wandern zu gehen. Bei manchen kommen fast Tränen der Verzweiflung hoch, als ihnen einfällt, dass sie an dem besagten Termin keine Zeit haben. Daneben debattiert eine Jungensippe schon darüber, ob sie besser einen Gaskocher oder einen Trangia mit auf den 24-Stunden-Hajk nehmen sollte. Aus einer anderen Ecke hört man die Meutenführung überlegen, ob es nicht auch mal cool wäre auf dem Lager mit den Kindern in einer Jurte und nicht in den Weißzelten zu schlafen. In Gespräche vertieft verlässt man voller Vorfreude das Heim.
Kohte und Rucksäcke
Doch was ist es, das einen immer wieder auf Fahrt und Lager treibt? Woher kommt diese Sehnsucht?
Ich selbst – und wohl jeder andere Pfadfinder auch – habe schon Situationen auf Fahrt durchgemacht, die alles andere als angenehm waren. Es hat bei der mitten in der Nacht und bei hagelndem Niederschlag einstürzenden Kohte begonnen. Es folgten heftige Zickereien in der kleinen Sippe, denn mit noch zwei anderen pubertierenden Mädchen auf einem dreiwöchigen Sommerlager dauerhaft perfekt auszukommen war dann doch manchmal eine Überforderung. Das Ganze ging über Wanderwege, die plötzlich aufhörten und in einer nahezu unbegehbaren Schlucht mitten im Nirgendwo mündeten, und eine Sippenführerschulung, auf die wegen schlechtem Schlafsack und frostigen Zeltübernachtungen eine Lungenentzündung folgte. Zu allem Übel endet dieser Kram auch noch nicht bei der manchmal anstrengenden Verantwortung über eine Sippe oder Meute und den Streitereien und Konflikten, die man dabei Woche für Woche aushalten und lösen muss.
Dies alles sind ziemlich gute Gründe, um dann doch lieber sicher Zuhause auf dem Sofa und am Computer zu bleiben, oder statt in Ungarn, Slovenien oder Polen die Sommerferien am Strand von Mallorca zu verbringen.
ABER: Aus dem Kohteneinsturz wurde eine dann doch irgendwie lustige Geschichte, die man zukünftig erzählen konnte. Es folgte nach jedem Streit eine Versöhnung, denn den Menschen, die man schon so lange kennt, mit denen man schon so viel erlebt hatte (siehe Kohteneinsturz!) und die zu den besten Freundinnen gehören, konnte man nie lange wütend sein. Egal, wie anstrengend und beängstigend der Abstieg in der Schlucht gewesen war, danach musste man einfach vor Erleichterung lachen – vor allem als das zersprungene Marmeladenglas im Rucksackdeckel gefunden wurde, was wohl beim Hinabwerfen der Rucksäcke in die Schlucht leider gestorben war. Die Sippenführerschulung war trotz Frost und Krankheit ein ganz eigenes, spannendes und produktives Erlebnis gewesen, auf dem man furchtbar viele nette Menschen kennengelernt hat. Und zu guter Letzt entschädigt ein aufrichtiges Kinderlächeln doch alle Mühen.
Es sind doch all diese ganz individuellen und besonderen Erlebnisse, der Zusammenhalt und die Unterstützung in der Gruppe, die Möglichkeit des einfachen Lebens und die damit verbundene Erholung und das Entfliehen des Alltags, das Lernen sich auch an kleinen Dingen im Leben zu erfreuen, das Bewusstsein über die Schönheit der Natur, die Freiheit und Leichtigkeit, das Ich-Selbst-Sein, die Spiele und der Spaß, das Abenteuer, die Spontanität, die Musik und so viele andere Dinge, die das Pfadfinderleben (nicht nur) auf Fahrt ausmachen. Für jeden haben all diese Punkte wohl eine ganz eigene Gewichtung und Bedeutung.
Ich persönlich, freue mich schon auf die nächste Fahrt!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Koffee to go

Kaffee - ein allseits beliebtes Getränk mit langer Geschichte.
Als einen winzig kleinen Ausschnitt davon, möchte ich erwähnen, dass im 17 jahrhundert der Kaffee nach Europa eingeführt wurde. Zunächst, war er nur dem Adel vorbehalten. Doch später wurde dieser Genuss auch für die Mittelschichten geöffnet, wodurch interessanter Weise der Alkoholkonsum in den entsprechenden Umfelden erheblich sank. Auch wurden zeitglich im 17 Jahrhundert die ersten Kaffeehäuser eröffnet; Kaffe war ein Unterstützer der allgemeinen Geselligkeit. In der Epoche der Aufklärung wurde er dann DER Gegensatz zum berauschenden Alkohol, denn Kaffee sollte der Ernüchterung und des wachen Geistes verhelfen (Das habe ich natürlich alles aus Wikipedia abgeschaut - das hier ist ja keine wissenschaftliche Arbeit, sondern eine eigene Einschätzung: http://de.wikipedia.org/wiki/Trinkkultur_in_Europa).
Auch heutzutage sieht man viele müde Gesichter morgens eine dunkle Flüssigkeit schlürfen - meine Kommilitonen (was ein doofes Wort!) und mich eingeschlossen . Doch die gemütlichen Kaffeehäuser werden dazu nicht mehr benutzt. Vielmehr hat die weitverbreitete Hektik der neusten Generation zu einem gewissen Kulturverfall geführt. Heut zu Tage schwören die Frühaufsteher auf "Kaffee to go".
Diese Pappbecher mit Plastikdeckel sind zwar eher unromantisch, hässlich und umweltverschmutzend (Zum Letzteren der Lösungsvorschlag: kauft euch Koffe to go-Becher aus Porzelan; die sind auch gleich viel hübscher anzusehen! Einziger Nachteil: wenn man morgens zu spät dran ist, kann man ihn nicht mehr füllen.), aber trotzdem früchterlich praktisch! Ich möchte mal behaupten, dass solche Braunen-Brühe-Fanatiker, so wie ich es wie gesagt auch bin, jeden Wektag mit einem Koffee to go beginnen... zeitsparend und in der Handlichkeit den öffentlichen Verkehrsmitteln angepasst.

Ich persönlich finde - was eine Überraschung - den Koffee to go wärend des Studiums in Hamburg unerlässlich, ja gar überlebenswichtig!

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Aller Anfang ist schwer

Nach vielem Hin und Her und Ausprobiererei habe ich mich nun dazu durchgerungen, diesen Blog zu beginnen. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, was das hier genau wird - vielleicht ein riesen großer und undurchsichtiger Haufen aus eher kleinen Lebenserfahrungen oder auch großen bewegenden Dingen.

Ich habe nicht lange darüber nachgedacht, was der Inhalt dieses ersten Eintrags sein wird. Eigentlich ist es Glas klar: Da ich vor wenigen Wochen vom kleinen Drei-Straßen-Dorf nach Hamburg umgezogen bin, ist dieses Erlebnis wohl zur Zeit das Interessanteste.

Hier eine oberflächliche Kurzfassung:
Ich sitze nach einem internetlosem Wochenende vor meinem Laptop und rufe Mails ab. Eine Nachricht sticht herraus: "Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Universität Hamburg zum Wintersemester 2011/12 zugelassen worden sind und einen Studienplatz erhalten." Ich hätte nie gedacht, dass ich im Nachrückverfahren noch einen Platz an der Hamburger Uni bekommen würde! Die Freude in dem Moment ist so groß, dass die Emotionen überschwappen, und gleichzeitig macht sich eine leichte Panik breit: Wie, zum Teufel, soll ich denn in zwei Wochen eine Bleibe in Hamburg finden? Mein Glück, dass über geschätze zehn Ecken ich dann ein möbliertes Zimmer bei einer netten jungen Frau bekommen habe.
Ende September sitze ich also, nur den Trekkingrucksack mit dem Nötigsten dabei, im Auto in Richtung Abendteuer Großstadt.
Nach nur wenigen Tagen Eingewöhnungszeit startet die Orientierungswoche der Uni, der wirklich riesigen Uni! Das Finden der entsprechenden Gebäude und Räume ist bei meinem Orientierungssinn mehr als eine Herausforderung. Doch nach fünf Tagen voller Museenbesuche, Vorträge über das Organisatorische der Hochschule und wirklich übermäßig viel Bahnfahrerei, scheinen mir die Gebäude schon nicht mehr ganz so erdrückend riesig zu sein. :) Außerdem freue ich mich über die netten Leute in meinem Studiengang; da ist die große fremde Stadt gleich viel einladender.
Nun befinde ich mich in der ersten Vorlesungswoche: Das Nebenfach fällt aufgrund von Protestveranstaltungen bezüglich verbesserter Studiumsverhältnissen zunächst aus und die bisherigen Seminare, Übungen und Vorlesungen waren richtig interessant. Meine Motivation ist auf dem Höchstpunkt (oder sie ist auf dem besten Weg dort hin): Ich werde Archäologin der Vor- und Frühgeschichte - später natürlich dann im printmedialen Bereich arbeitend ;) Versteht sich ja von selbst!

Wie ich auf die verrückte Idee komme, vom Dorf in die Großstadt zu ziehen? Ganz einfach: diese Erfahrung möchte ich mir nicht entgehen lassen!

Ich werde sicherlich in Zukunft noch einpaar Storys aus meiner Hamburger Zeit veröffentlichen. Aber wie gesagt, weiß ich noch nicht genau, wohin dieser Blog führen wird......